Bernhard Peter
Typisch japanische Dinge (10): Umpan


Unter einem Umpan (Umpan kei) versteht man ein in Zen-Tempeln anzutreffendes Musikinstrument einfacher Bauweise, eine an einem Zapfen oder Balken frei aufgehängte, gong-ähnliche Bronzescheibe in Wolkenform (Umpan = wörtlich "Wolkenplatte", "un" = Wolke; das "un" wird vor "pan" angeglichen zu "um"), mit annähernd rundem oder ovalen Gesamtumriß, oft breiter als hoch, mit ondulierendem Rand und zwei charakteristischen, spiegelbildlichen, bogenförmigen Einschnitten im oberen Teil, die bis ca. 2/5 der Gesamthöhe reichen und das Mittelteil mit dem Loch zum Aufhängen von der restlichen Klangplatte abtrennen. Der Durchmesser der Platte beträgt ca. 40-50 cm; das Gewicht erreicht 20-25 kg. Im Gegensatz zu anderen Tempelgongs ist ein Umpan vollständig flach; lediglich der Rand ist verdickt; und Verzierungen können erhaben sein, ebenfalls eine ornamentierte Verdickung an der Anschlagstelle.

Die Bedeutung im täglichen Ablauf ist die Ankündigung der Essenszeiten, weshalb ein Umpan in der Nähe des Mönchsrefektoriums aufgehängt ist. In Zen-Klöstern ist es üblich, durch Anschlagen verschiedener Klanginstrumente anstelle von gesprochenen Anweisungen den Tagesrhythmus durch Beginn und Ende verschiedener Aktivitäten anzugeben. Auch das Ende der Sitzmeditation Zazen wird durch Anschlagen der Klangplatte Umpan signalisiert.

Uji, im Tempel Kosho-ji, Umpan in einem Innenraum

Uji, Stadtteil Obaku, im Tempel Manpuku-ji, Umpan in einem Außenkorridor


Literatur, Links und Quellen:
Umpan: https://en.wikipedia.org/wiki/Umpan
Helen J. Baroni: The Illustrated Encyclopedia of Zen Buddhism, The Rosen Publishing Group Inc., 2002, ISBN 0-8239-2240-5
Zen-Instrumente:
http://terebess.hu/zen, insbesondere "The Sound Instruments in the Zen Monastery" http://terebess.hu/zen/szoto/hangszersz.html, auch auf https://zencentermanila.wordpress.com/zen-instruments/
Catalogue of the Crosby Brown Collection of Musical Instruments: Asia, Gallery 27. 2. The Metropolitan Museum of Art. New York, 1903, vol. II, pg. 36.


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