Bernhard Peter
Öffentlichen Personenverkehr richtig benutzen


Eisenbahnfahren: Japanese Rail Pass:
- der JR Rail Pass ist beispielsweise erhältlich über Japan Experience, 30, rue Sainte Anne, 75001 Paris, Frankreich, contact@vivrelejapon.com, alternativ über Japan Experience, Golden House, 30 Bloomsbury Street, London WC1B3QJ, Großbritannien.
- der JR Rail Pass ist für 1, 2, 3 Wochen erhältlich
- er kann nicht in Japan selbst erworben werden. Ein Gutschein für den Rail Pass wird im Herkunftsland außerhalb Japans erworben. Mit diesem Dokument läßt man sich dann am ersten Bahnhof in Japan den Pass ausstellen.
- der Gutschein (JR Pass Exchange Order) ist ab Ausstellungsdatum 3 Monate lang gültig. Der Gutschein ist nicht übertragbar, sondern rein personengebunden.
- im Falle eines Reiserücktrittes kann ein nicht benutzter Gutschein innerhalb eines Jahres zurückgegeben werden, Kostenerstattung abzüglich 10% Bearbeitungsgebühr
- einmal in einen Paß umgetauschte Gutscheine sind von Erstattung ausgeschlossen
- Voraussetzung für den erfolgreichen Umtausch ist ein Aufenthaltsstatus als "temporary visitor". Den Reisepaß mit dem entsprechenden Grenzeintrittsstempel muß man am Bahnhof in Japan für die Ausstellung des JR-Passes vorlegen, und da wird der Status kontrolliert. Bedeutet: Jeder normale Tourist kann ihn kaufen, nicht aber Menschen, die in Japan für längere Zeit arbeiten oder studieren, und Japaner selbst können ihn auch nicht kaufen. Es gibt Sonderregeln für im Ausland dauerhaft lebende, arbeitende oder verheiratete Japaner.
- der Paß wird namentlich ausgestellt und ist personengebunden und streng genommen nur in Zusammenhang mit dem Reisepaß gültig, obwohl nur bei der Ausstellung nach diesem gefragt wird.
- beim Austausch kann ein Startdatum gewählt werden. In der Regel braucht der Japan-Tourist den Paß sofort nach der Ankunft am Flughafen, und die Frage ist müßig. Also wird er sagen "kyo", heute, oder "ima", sofort". Aber prinzipiell darf er ein Startdatum innerhalb eines Monats wählen.
- die Maximalfristen ergeben sich also wie folgt: 3 Monate Umtauschfrist, 1 Monat (gerechnet als 30 Tage) für den Erstgültigkeitstag, 3 Wochen Gültigkeit. Wenn man also bis zum 31.12.2017 damit in Japan fahren möchte, darf man den Gutschein theoretisch frühestens am 12. August beantragen. Da man aber meist am Ankunftstag umtauscht, darf man realistisch den Gutschein erst am 12. September 2017 erwerben. Also nicht zu langfristig vorher besorgen!

Abb.: Muster eines Gutscheines für einen JR Rail Pass

- er gilt für das gesamte japanische Streckennetz und die Züge der Gesellschaft JR. Er gilt nicht für Züge und Streckennetze lokaler privater Betreibergesellschaften.
- er gilt für JR-Busse, aber nicht für Busse anderer Gesellschaften und nicht für U-Bahnen. Ausgenommen sind bestimmte Expressbusse.
- er gilt für den Tokyo Monorail, der die Flughäfenterminals anbindet
- er gilt für die JR Miyajima-Fähre
- er gilt für reservierte und nichtreservierte Fahrten
- bei dem normalen Pass muß für die erste Klasse (green car) ein Aufschlag bezahlt werden. Es gibt aber auch die Variante Green Car Japan Rail Pass.
- er gilt auch für den Shinkansen, den man aufschlagsfrei benutzen darf. Man darf alle Shinkansen außer den Zugtypen Nozomi und Mizuho nutzen. Die Zugtypen Nozomi und Mizuho darf man generell nicht mit dem Railpass benutzen, auch nicht gegen Zahlung eines entsprechenden Aufschlages. Natürlich darf man sie als Railpass-Inhaber für den ganz normalen regulären vollen Fahrpreis benutzen.
- es gibt einige wenige Teilstrecken, die nur mit einem Extra-Zuschlag zu benutzen sind. In der Regel liegt das daran, daß JR-Züge mit Nicht-JR-Strecken (z. B. Tosa Kuroshio Railway, Izu Kyuko, Izuhakone Railway, Odakyu Electric Railway, Tobu Railway, Echigo Tokimeki Railway, Ise Railway, Chizu Kyuko, Kyoto Tango Railway) kombiniert werden, die JR-Züge sich also auf fremden Gleisen fortbewegen. Besagte Aufschläge können am Bahnhof oder beim Schaffner gelöst werden. Beispiele: Fukuchiyama - Miyazu, Toyooka - Amanohashidate - Miyazu - Nishi-Maizuru, Kawarada - Tsu, Chizu - Kamigouri, Arai - Jouetsu Myoukou - Naoetsu, Kubokawa - Sukumo, Toubu-Nikkou - Kurihashi, Kurihashi - Kinugawa-onsen, Matsuda - Shinjuku, Mishima - Shuzenji, Itou - Izukyuu-Shimoda.
- die Gültigkeitsdauer kann nicht nachträglich verlängert werden.

Muster eines für das gesamte Zugnetz gültigen JR Rail Passes.

- Die Frage ist: Lohnt es sich oder lohnt es sich nicht? Für denjenigen, der nur ortsnah unterwegs ist, lohnt es sich sicherlich nicht. Aber sobald einige Shinkansen-Strecken dabei sind, kann es sich sehr schnell lohnen. Ein kurzer Preisvergleich, basierend auf den Preisen 2017: Beispielreise: Transfer Flughafen Osaka Kansai International, Fahrt mit dem Haruka Express nach Kyoto und am Abreisetag wieder zurück = 2x 2850 Yen, Ausflug von Kyoto nach Himeji und zurück mit dem Shinkansen = 2x 4000 Yen, Shinkansen von Kyoto nach Tokyo und zurück = 2x 13080 Yen, noch ein Ausflug von Kyoto nach Matsue über Okayama, also Teilstrecke mit Shinkansen = 2x 11220 Yen, zusammen ca. 480 €. Ein Zweiwochenpaß kostet 341 €, ein Dreiwochenpaß kostet 437 €. Das heißt, daß es sich schon bei sehr geringem Langstreckenprogramm lohnt, und erst recht bei ausgiebigem Langstreckenprogramm mit Shinkansen. Selbst bei Parität der Kosten sollte man den Gewinn an Zeit und Reisequalität in Erwägung ziehen, wenn man nicht jedesmal am Fahrkartenschalter anstehen muß oder sich fragen muß, wie der Ticketautomat funktioniert. Und es reist sich sehr entspannt, wenn man weiß, das es überhaupt nicht wehtut, wenn man sich mal verfahren sollte. Und es ermuntert, sich im Land so viel wie möglich anzuschauen, wenn man weiß, daß keine Zusatzkosten entstehen.


Eisenbahn-Reservierungen:
- nur bei Langstreckenverbindungen sinnvoll, nicht für Lokale Züge
- Reservierungen holt man sich am Ticketschalter; sie kosten nichts extra
- Reservierungen kann man sich auch mit dem JR-Paß holen, einfach JR-Paß vorzeigen und um eine Reservierung bitten
- Reservierungen sind auch bis ganz kurz vor der Abfahrt möglich
- in den Zügen sind nicht wie bei uns reservierte und nicht reservierte Plätze in den Waggons gemischt, sondern es geht waggonweise: Einzelne Waggons sind nur für reservierte Plätze, andere nur für nicht reservierte. Vorteil bei Reserierungen ist daher, daß diese Waggons einfach weniger voll sind, weil eben nicht nichtreservierte Passagiere nachrücken
- das Reservierungsmerkmal erlischt nicht nach einer gewissen Zeit, wenn der Platz nicht eingenommen wird. Da der Waggon als ganzes nur für Reservierungen ist, kann man als nichtreservierter Passagier nicht später dort einen noch freien Platz einnehmen, weil der Schaffner die Reservierung auch anschaut
- auf den Anzeigetafeln der Bahnsteige werden Waggons angegeben, das sind die nichtreservierten. Als Faustregel liegen die reservierten in der Mitte günstig bei den Ausgängen, die nichtreservierten eher am Ende. Das ist aber nicht zwingend. An den Bahnsteigen befinden sich auch Pläne für die Züge.
- Reservierungen sind nicht notwendig, haben aber mitunter einen Vorteil: Wenn sich irgendwo ein Zug teilt und die Waggons unterschiedliche Ziele haben (kommt vor, und ist für Nichtjapaner nicht immer eindeutig an der Anzeige auf dem Bahnsteig zu erkennen), sitzt man garantiert im richtigen Waggon.
- der Narita Express hat nur reservierte Plätze
- Local trains haben keinerlei Reservierungsmöglichkeit

Abb.: Beispiel für eine Reservierung. Wichtig sind die vierte Zeile mit Start- und Zielbahnhof, die fünfte Zeile mit Datum, Abfahrtszeit und Ankunftszeit sowie die sechste Zeile mit dem Zugnamen, der Waggon- und Sitznummer und dem Nichtraucherzeichen.


Einsteigen in Züge:
- Japaner bilden keine Trauben, sondern stehen brav Schlange. Auch haben sie grundlegend verstanden, daß man erst Leute aussteigen läßt und dann einsteigt. Man stellt sich brav in einer oder zwei Reihen an den Markierungen auf dem Bahnsteig auf, und dann geht das ganz diszipliniert, effizient und schnell: Tür geht auf, 2 Reihen schnüren raus und passieren die anstehenden Reihen, kurzes Innehalten, zwei Reihen schnüren rein, und ab. So ist es möglich, daß ein ganzer Shinkansen nach einer Minute wieder abfahrbereit ist. Dagegen ist jeder deutsche Bahnhof mit seinem Gedrängel und Gerenne ein Sauhaufen.
- Züge halten punktgenau mit den Türen an den Einstiegsmarkierungen. Es gibt, da Züge unterschiedlich gebaut sind, Ringe und Dreiecke auf dem Boden. Ob man sich an den Ringen oder an den Dreiecken aufstellen muß, geht aus der Anzeigetafel am Bahnsteig hervor: Dort werden entsprechend Ringe und Dreiecke angezeigt. Deswegen muß niemand bei Einfahrt des Zuges den Türen "hinterherrennen".
- Die Wagennummer steht auf dem Bahnsteig auch auf dem Boden, meist bei den Ringen und Dreiecken. Wieviele Wagen ein Zug hat, steht auf der Anzeigetafel am Bahnsteig, so daß man sofort sieht, wo man keine Schlange bilden kann.
- Manche sehr volle Pendlerzüge halten an Gleisen mit beiderseitigen Bahnsteigen. Dann wird an einer Seite ausgestiegen und an der Gegenseite ausgestiegen. Gut, manche rennen auch einmal durch den Zug als Abkürzung, aber auch so kriegt man einen randvollen Pendlerzug in wenigen Minuten leer und wieder voll.
- auf dem Bahnsteigboden sind auch Markierungen angebracht für reine Frauenwaggons oder Waggons mit Sitzen für Menschen mit Behinderungen, für Passagiere mit Kinderwagen etc.
- das Symbol eines stilisierten grünen vierblättrigen Kleeblattes markiert die Green Cars = 1. Klasse.

Abb.: Einsteigehilfe: Türpositionen bei verschiedenen Zugmodellen und Wagennummer in Weiß, Sicherheitsabstandslinie in Gelb und Sondersitzhinweis in grün/bunt.

Abb.: Einsteigehilfe: Türpositionen bei verschiedenen Zugmodellen und Wagennummer in Weiß, Sicherheitsabstandslinie in Gelb, Nichtbetreten-Flächen in schraffiert und Sondersitzhinweis in grün/bunt.

Abb.: Anzeigetafel an einem Bahnhof in Horyuji: Dieser JR-Zug der Yamatoji Line fährt nach Nara (die beiden grüngelben Kanji in der oberen Display-Zeile ganz rechts) und ist ein Yamatoji (erste drei Kanji) Rapid Service (letzte beiden Kanjis), wie in der oberen Display-Zeile links zu lesen ist. Er besteht aus 8 Waggons und man soll sich an den Positionen 1 bis 8 an den weißen Dreiecken aufstellen.

Abb.: Einige Bahnhöfe haben eine den Bahnsteig zu den Gleisen hin begrenzende Wand mit automatischen Toren, die kurz vor dem Öffnen der Türen seitlich in ihre Gehäuse eingefahren werden. Dieser Shinkansen steht am Bahnhof von Kyoto. Auf den Anzeigetafeln ist zu lesen, daß hier gleich um 7:39 Uhr der Zug nach Shin-Osaka fährt und daß es sich um den Zugtyp Kodama 691 handelt.


Verläßlichkeit der Eisenbahn:
- Generell ist das japanische Eisenbahnsystem das pünktlichste der Welt. Verspätungen kommen natürlich auch vor, haben aber im Ländervergleich Seltenheitswert. Es ist möglich, die Eisenbahn allein nach Abfahrtszeit zu benutzen. Wenn man vorher die Abfahrtszeit herausgesucht hat, kann man bedenkenlos in den Zug einsteigen, der mit genau dieser Zeit aufgerufen wird, auch ohne den Rest zu verstehen.
- Umsteigen: Wegen der hohen Verläßlichkeit sind auch kurze Umsteigemöglichkeiten von wenigen Minuten möglich und realistisch. Was einem in Deutschland den Angstschweiß auf die Stirn treten läßt, ist in Japan realistisch und entspannt machbar.
- Naturgewalten: Umständebedingt kann es jedoch zu totalen Ausfällen kommen. Ein wichtiges Thema sind die immer in Japan möglichen Erdbeben. Der Shinkansen hat ein System, wodurch er ab einer gewissen Stärke eines Erdbebens automatisch angehalten wird. Ein weiteres Thema, das die Verläßlichkeit zum Totalausfall werden läßt, sind Stürme. So selbst erlebt bei einem Ausflug nach Kochi auf Shikoku: Die Anfahrt ist spektakulär, weil der Zug über die Brücken über die Inlandsee führt, oben Autos, unten Zug, Stahlseilbrücken mit bis zu 200 m hohen Pylonen, tief drunten das Meer, rechts und links 1000 Inselchen und winzige Ozeanriesen. Ist schon eine Meisterleistung der Ingenieurskunst! In Kochi hat mich dann ein plötzlich entstandene Taifun erwischt, deren Auftreten im Herbst (September) verstärkt möglich ist. Als es dann richtig naß wurde, bin ich schnell zum Bahnhof, zückte fröhlich das Ticket, freute mich auf das Trockene und verstand erst beim dritten Mal die Antwort und ihre Tragweite: Keine Züge mehr heute! Da nützten auch sämtliche punktgenauen Fahrpläne in der Tasche nichts mehr: Bei Starkwind wird das vorhin erwähnte Brückensystem gesperrt. Nichts ging mehr, keine Züge, keine Busse, keine Taxis. Mit dem letzten Überlandbus, der überhaupt fuhr, habe ich es noch aus Kochi raus bis nach Takamatsu an der Nordküste von Shikoku geschafft. Der Taifun reiste mir nach und nahm die gleiche Route. Und auch dort ging dann nichts mehr zurück auf die Hauptinsel Honshu, vielmehr durfte man erneut den peitschenden Starkregen und das Heulen des Sturmes erleben, der von Kochi aus genau seinen Weg über Takamatsu genommen hatte. Um halb sechs in der Frühe, nachdem der Taifun über Honshu nach Norden gezogen war, ging dann der erste Bummelzug über die Brücke zurueck, und als dann der Shinkansen in Okayama wieder auf die Sekunde pünklich einlief, konnte man aufatmen. Selbst der Shinkansen war wegen des Taifuns nämlich in Shin Osaka unterbrochen worden, eine Seltenheit. Bei Taifun kommt eben alles zum Erliegen, und nichts geht mehr. Deshalb: Ausflüge über kritische Verbindungen nie auf den letzten Reisetag legen!

Abb.: Ein Bild mit großem Seltenheitswert in Japan: Gleich zwei Züge auf einer Anzeigetafel haben Verspätung, einmal 12 und einmal 7 Minuten. Die Ausnahme bestätigt die Regel: Japanische Züge sind die pünktlichsten und verläßlichsten der Welt.


Vielfalt der Züge:
- bestimmte Züge sind fest mit bestimmten Routen assoziiert und tragen Eigennamen. Sie werden im Laufe des Tages durchnummeriert: Nozomi 1, Nozomi 3, Nozomi 5....
- an den Bahnhöfen werden die Ansagen zu den Zügen mit einer zugtypischen Erkennungsmelodie kombiniert

Abb.: der Haruka-Express von Kansai International Airport nach Kyoto bzw. Maibara an blitzsauberem Bahnsteig. Mit diesem Zug machen Flugreisende auf dem Weg nach Kyoto am KIX in der Regel die erste Bekanntschaft mit dem japanischen Eisenbahnsystem.

Abb.: links ein simpler Lokal-Zug, rechts ein superschicker Zug der Kyoto Tango Railway, der zwischen Kyoto und Fukuchiyama bzw. Toyooka oder Amanohashidate verkehrt.

Abb.: ein Shinkansen der 700er-Serie mit schwungvoll-eleganter und super-aerodynamischer Schnauze fährt in den Bahnhof von Kyoto ein.


Zugtickets am Automaten kaufen:
Vor den Gates befinden sich an den Bahnhöfen die Ticketautomaten. Alle funktionieren nach dem gleichen Grundprinzip. Über den Automaten befindet sich die Netzkarte mit den auf diesen bestimmten Bahnhof gemünzten Preisstufen je nach Zielbahnhof. Den muß man sich heraussuchen.

Abb.: Netzkarte am Bahnhof von Nara, typisches Beispiel

 

Abb.: diverse Fahrkartenautomaten der JR Eisenbahn an verschiedenen Standorten. Am linken Automaten in Nara ist links neben dem Bildschirm eine Doppelspalte mit Tasten: Die zweite Taste der zweiten Spalte dient der Umschaltung auf englische Beschriftung der Touch-Schaltflächen. Die eingerahmten acht Tasten geben verschiedene Möglichkeiten der Ticket-Gestaltung wie 1 Erwachsener, 2 Erwachsene, Erwachsener mit 1 Kind etc. Der weiße Teil der Maschine unten hat oben die Reihe fürs Bezahlen, ganz links Kartenzahlung, in der Mitte für Geldscheine, rechts für Münzen. Die untere Reihe ist die Ausgabe, links Fahrschein, Mitte Geldscheine, davor Münzen. In der untersten Reihe des blauen Bereiches ist ganz rechts die Storno und Geld-zurück-Taste. Mit dem weißen Knopf ganz links kann man Hilfe anfordern. Die rechten Automaten am Bahnhof von Himeji sind ganz ähnlich aufgebaut. Auf dem Touchscreen würde man die obere Schaltfläche für Tageskarten, multiple Fahrkarten etc. wählen, die untere für einen Einzelfahrschein. Die Personenart und -Anzahl wählt man in der Schaltflächenreihe links neben dem Touchscreen. Der Geld-zurück-Knopf ist hier links, ansonsten alles ähnlich.

Abb.: Keine Sorge, alle Automaten sind nach dem gleichen Prinzip zu bedienen. Im Zweifelsfall einfach einen Fahrschein egal wie lösen, damit man was mit dem Startbahnhof in der Hand hat. Spätestens beim Aussteigen macht man beim Angestellten "fare adjustment".

Abb.: Ein Streckenplan mit Preisen der Kyoto-Tango-Railway am Bahnhof von Fukuchiyama, direkt über dem Ticket-Automaten angebracht. Der Startbahnhof ist links unten hell markiert. Alle möglichen Zielbahnhöfe sind mit den Fahrpreisen angegeben. Hier braucht man sich nur den richtigen Preis herauszusuchen und zu merken.

Wenn man also von Fukuchiyama nach Gujou fahren möchte, zahlt ein Erwachsener für die einfache Fahrt 290 Yen, ein Kind 150 Yen. Nach Futamata zahlt ein Erwachsener 380 Yen, ein Kind 190 Yen. Cave, Expresszuschlag - diesen kann man aber zur Not beim Schaffner nachlösen.

 

Unter der Anzeigetafel befindet sich der eigentliche Fahrkartenautomat. Oben rechts wird das Geld hineingeworfen. In der ersten Reihe sind Knöpfe für 1, 2 oder 3 Fahrscheine. Darunter folgen zeilenweise die Preisstufen: Richtigen Preis wählen und Taste drücken.

Wenn man sein Ticket hat, geht man durch die Schranken (Abb. oben). Das Ticket wird in den farbig markierten Schlitz eingegeben und kommt einen Meter weiter hinten wieder raus, mitnehmen! Denn man braucht es am Zielbahnhof wieder, um dort durch die Schranken zu kommen.


Richtig Stadtbus fahren:
- an der richtigen Straßenseite aufstellen, an Linksverkehr denken!
- hinten zusteigen
- vorne aussteigen
- ggf. sich durchdrängeln mit "sumimasen"
- erst beim Rausgehen zahlen, auf keinen Fall während der Fahrt Geld einwerfen, außer wenn man den Fahrer zur Weißglut treiben möchte
- neben dem Fahrer ist eine Multitasking-Maschine, die Zeitkarten liest, Geld wechselt und Münzen aufnimmt. Man bezahlt, indem man das Fahrgeld (in Kyoto Stadtbereich ist das einheitlich 230 Yen unabhängig von Route und Strecke) in den Metalltrichter bzw. -Schacht wirft.
- es gibt kein Wechselgeld
- Geld wechseln kann man an der fahrerseitigen, rechten Hälfte der Maschine: Dieses Gerät wechelt 1000 Yen-Scheine in Münzen. Das kann man schon während der Fahrt machen.
- Hinter dem Fahrer befindet sich die Tafel mit dem Übersichtsplan des Busfahrnetzes
- bei längeren, nicht standardisierten Fahrten (wie die 230 Yen in Kyoto) zieht man beim Einsteigen ein Zettelchen aus der Maschine.
Fahrpreis wird oben angezeigt je nach Nummer auf dem Zettel.
- es gibt finanziell interessante Tageskarten etc., die man am Ticketautomaten ziehen kann und die sich schon ab wenigen Fahrten lohnen.

Abb.: Fahrscheinautomaten für Stadtbusse am Busbahnhof Kyoto Eki (Bahnhof).


Richtig Überlandbus fahren:
- für Überlandbusse gibt es ein eigenes Ticketbüro in der Nähe des Busbahnhofs, der meist nahe den Hauptbahnhöfen der Städte liegt.
- in der Zielstadt gibt es oft mehrere Haltestellen, u. a. an Ausfallstraßen im Industriegebiet; bei der Buchung darauf achten, daß der Bahnhof ("eki") angefahren wird (außer man will es wirklich anders).
- vorne zusteigen, dabei wird das Ticket gestempelt
- vorne aussteigen, dabei wird das Ticket eingesammelt

Abb.: Beispiel für ein Busticket eines Überlandbusses. Die zweite Zeile enthält Start und Zielstadt, hier von Takamatsu (die ersten beiden Kanji der ersten Gruppe) nach Osaka (die ersten beiden Kanji der zweiten Gruppe), BT ist Bus Terminal, JR bedeutet JR-Bahnhof der Zielstadt. Das dritte Kanji-Zeichen in beiden Ortsangaben steht für "eki", Bahnhof. Die dritte Zeile gibt Datum, Abfahrtszeit und Preis an. In der vierten Reihe ist der mit der Buchung verbundene Sitzplatz vermerkt.


Richtig U-Bahn fahren:
- Fahrschein vor der Schranke lösen.
- die Maschinen haben meist keinen English-Knopf, sind aber trotzdem idiotensicher zu bedienen
- Die Maschinen schlucken standardmäßig 1000 Yen-Scheine und Münzen zu 500, 100, 50 und 10 Yen. Mit 5ern und 1ern kann man die Maschinen nicht füttern (wie überhaupt keine Maschinen; die kleinen Münzen spielen nur im Supermarkt eine Rolle).
- Fahrpreis ermitteln: Über dem Automaten ist eine Netzkarte. Der Standort ist mit dem roten Kreis markiert. Dann sucht man sein Ziel entlang der 4 Arme (Kyoto hat nur zwei U-Bahn-Linien, die sih in Karasuma Oike kreuzen), daneben steht der einfache Fahrpreis.

- Automat bedienen: Erst mal Geld einwerfen, ohne das tut sich gar nichts (Abb. unten links). Dann gibt es auf dem Display drei kartenartige Symbole, das links oben wählen = Einzelfahrschein (Abb. unten rechts).

 

- Danach leuchten mehrere Zahlen = Preisstufen auf, die mit dem eingeworfenen Geld möglich wären (Abb. unten links). Die richtige Preisstufe durch Antippen auf dem Touchscreen wählen. Wechselgeld und Fahrschein unten entnehmen (Abb. unten rechts).

 

- an der Schranke Ticket mit der Schrift nach oben längs einschieben, zügig durchgehen und Ticket einen Meter weiter wieder entnehmen.
- beim Aussteigen kommt man wieder durch die Gates, nur aus der anderen Richtung: Wieder Ticket einschieben, es wird einbehalten.
- Wenn der Alarm losgeht und/oder die rote Lampe angeht, hat der Preis nicht zum Ausstiegsbahnhof gepaßt. Man hat dann noch die Möglichkeit nachzuzahlen (fare adjustment). Dafür gibt es Automaten, oder man macht es bei bemannten Schaltern beim dort postierten Angestellten.


Andere Artikel über Japan lesen
Andere Länder-Essays lesen
Home

© Copyright bzw. Urheberrecht an Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2017
Impressum
Bestandteil von
www.kultur-in-asien.de und www.bernhardpeter.de